Das innere Selbstgespräch

Das innere Selbstgespräch – Feind oder Coach?

Der innere Dialog ist nicht verrückt sondern eine Form der Kommunikation mit sich selbst. Der Mensch spricht mit sich selbst über seine Gedanken, über ausgesprochene Worte und diverse Gesten.

Das innere Selbstgespräch kann ein extrem effektives Tool sein. Was wären die Profisportler ohne ihre inneren Bilder und Motivationen? Sie nutzen diese Technik um z.B. ihre Konzentration aufrecht zu erhalten, die Emotionen vorteilhaft zu stimulieren, sich siegessicher zu fühlen und natürlich um sich selbst zu weiteren überirdischen Leistungen anzuspornen. Das alles geschieht über die bewusste mentale Kontrolle. Wer dabei konsequent bleibt, erzeugt Ergebnisse, die sich sehen lassen können.

Das innere Selbstgespräch, richtig angewendet, ist eine machtvolle Technik des Mental-Trainings. Es zeichnet sich durch seine positive Ausrichtung, was den Inhalt angeht, aus – und, vor allem, es motiviert … Soweit die Theorie.

Aber, ganz ehrlich, wie sieht das im normalen Alltagsbewusstsein eines Nicht-Profisportlers aus? Die traurige Wahrheit ist, unser Geist wandert, ohne dass es uns überhaupt bewusst ist. Es heißt, wir denken täglich über 50.000 Gedanken. Das Meiste geschieht unbewusst, d.h. unsere Gedanken ähneln ungezügelten Pferden, die kreuz und quer vor sich hin treiben.

Wir alle sprechen fast ununterbrochen mit uns selbst. Leider öfters ablehnend als motivierend. Gerade in problematischen Situationen fängt unser Geist gewohnheitsmäßig mit inneren Selbstgesprächen an. Wer kennt das nicht:

»Shit, habe ich das jetzt vermasselt«
»Ich bin so ein Loser«
»Ich dumme Nuss«
»Alles was ich mache ist für die Katz!«
»Ich kann einfach nicht mehr«
»Ich schaffe das nicht«
»Ich werde es nie lernen«

Solche Sätze sind unbewusste Programme, die uns viel Energie kosten. Derartige Gedankensätze tendieren gewohnheitsmäßig dazu, wieder und immer wieder, zurückzukehren, und kristallisieren sich letztlich zu festen Glaubensätzen. Das Fatale daran ist, dass sie sowohl unser Wohlbefinden als auch unser Handeln beeinflussen.

Gedanken, die uns runterziehen, färben auf unsere Emotionen ab. Was dann passiert ist klar – wir fühlen uns schlecht, klagen uns noch mehr an, was uns schließlich völlig entnervt und kraftlos zurück lässt. Ein Teufelskreis entsteht. Das weißt jeder. Und doch ist es so schwierig, diesem destruktiven inneren Selbstgespräch zu widerstehen.

Im Vergleich zu Männern neigen Frauen eher dazu, sich kleiner zu machen als sie sind. Sie lassen sich von anderen zurechtweisen, und sie gehen auch selbst hart mit sich ins Gericht. Beinah jede Frau, die zu mir zum coachen kommt, fühlt sich unzulänglich. Grundsätzlich ist es durchaus möglich, Selbstgespräche in positive Bahnen zu lenken, und wenn nicht das, dann sie zumindest neutral zu gestalten.

Meine 5 Tipps, die eigenen Gedanken vom Feind zu einem guten Coach zu wandeln

Tipp 1: Gedanken beobachten

Werde zu einem bewussten Beobachter deiner Gedanken. Verurteile sie nicht und ärgere dich nicht über sie. Das würde nur deine Emotionen aufrütteln und somit den Gedanken unnötig Energie geben. Um den negativen Gedanken die Macht zu nehmen auf deine Emotionen einzuwirken, schau dir die Gedanken an und sage mental – so richtig gelangweilt – »Hmm, interessant«, oder stoppe den Gedankenfluss, wie ein extrem beschäftigter Boss, der keine Zeit für Unwichtiges hat, indem du einfach »Weiter« sagst. Du kannst dazu eine abfällig-gelangweilte Bewegung mit der Hand machen. Das wird ihre Schärfe neutralisieren.

Tipp 2: Kraft der Erinnerung nutzen

Bist du schon von deinen Gedanken ziemlich deprimiert gestimmt, weil du sie zu spät bemerkt hast, schreibe dir eine Liste mit mindestens 5 besonderen Ereignissen aus deinem Leben. Es können Lebens-Momente sein, in denen du dich extrem glücklich gefühlt hast, als dir etwas ganz Schwieriges endlich gelungen ist, du im Einklang mit dir warst, wie du eine vermeintliche Pattsituation erfolgreich gelöst hast, über eine unangenehme Situation hinwegkommen bist, etwas gut gemeistert hast, Mut gezeigt hast etc.

Jeder Mensch kennt solche Momente, meistens denken wir nur nicht mehr an sie. Wenn du dir eine kurze Liste als Erinnerungsstütze zusammen stellst, kannst du daraus Kraft und Energie tanken (diese kann man immer weiter ergänzen).

Lies dir daraus einen Punkt nach dem anderen durch, und frage dich, wie ist dir das gelungen und wieso du damals so gehandelt hast. Schwelge in dem schönen Gefühl damalige Herausforderung gemeistert zu haben oder erinnere dich an das Glücksgefühl, dass du empfunden hast.

Diese Methode eignet sich sehr gut, den Fokus auf etwas Positives, Erfreuliches zu lenken und hilft dir auch längst vergessene Erfolgsstrategien ins Gedächtnis zu rufen. Es stimmt dich positiv und gibt dir Kraft, wenn du dir vergegenwärtigst, wie du damals die Situation gemeistert hast.

Tipp 3: Selbstmotivation

Einige, die sich selbst motivieren wollen, sprechen in gebieterischen Ton zu sich wie »Ich muss das jetzt tun!« um sich zum Handeln zu zwingen. Dieses »Müssen« erzeugt aber meistens nur inneren Druck auf sich selbst, weil ein Teil von uns es gar nicht tun will. »Ich muss das jetzt tun« ist keine Motivation. »Ich muss« bedeutet immer Stress. Solche Aussagen sind Killer für unsere Psyche. Sie versteht: »Ich will das nicht tun, aber ich zwinge mich jetzt dazu«. Sehr oft lösen solche inneren Konflikte eher Aufschuberitis aus, als dass sie uns in die Handlung lenken.

Also, versuche dich mental positiv zu stimulieren.

Die beste Motivation ist die, die dich in die Handlung bringt.

Es reicht nicht nur tolle Affirmationen zu wiederholen à la »Ich bin super erfolgreich«. Wer seinen Arsch nicht hochhebt, wird nie erfolgreich sein. Von alleine passiert nichts. Wenn dir also deine innere Stimme suggeriert »Ich kann das nicht«, wandle sie in etwas Aufbauendes um. Z.B. indem du sagst: »Ich kann das noch nicht.« Das motiviert und gib dir Kraft etwas anzupacken.

Danach überlege, was zu tun ist. Teile alles in kleine Schritte auf, und nehme einen Schritt nach dem anderen in Angriff. So kommst du ins Rollen. Lobe dich nach jedem Schritt, egal wie klein er war. Das ist Motivations-Balsam für unseren Selbstwert!

Tipp 4: Meditation

Regelmäßige Meditation ist der schnellste Weg zu einem klaren Geist. Es ist anfangs nicht einfach sich täglich dafür die Zeit zu nehmen, aber sehr lohnenswert. Wer seine Gedanken nicht kontrollieren kann, findet in der Entspannung, die eine Meditation auslöst, schnell in die eigene Balance und Ruhe zurück. Mit der Zeit werden negative Gedanken immer weniger, man ist fokussierter und reagiert gelassener. Es erfordert ein bisschen Geduld dahin zu kommen, aber wie gesagt, es lohnt sich.

Empfehlen kann ich dir dazu die »Meditation über zwei Herzen« oder die » Meditation über die Seele« von Master Choa Kok Sui. Die Aufnahmen sind je ca. 30 Minuten lang, das ist wirklich machbar.

Wem das zu »esoterisch« klingt – ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit sogenannten »Silent Subliminals« gemacht. Es sind Aufnahmen von Affirmationen, die direkt ins Unterbewusstsein dringen, aber dabei den Verstand umgehen, weil die Aufnahmen, wie der Name schon sagt, so leise sind, dass sie für erwachsene Ohren nicht hörbar sind.

So können wir uns einfach den Kopfhörer aufsetzen und uns motivieren lassen, ohne dass unser Verstand ständig dazwischen funkt mit Sprüchen wie »Ach, so ein Quatsch, du bist und bleibst ein Loser, fett oder eine kleine Wurst, die nichts zustande bringt«.

Man kann schon fertige Aufnahmen kaufen oder sich auch selber welche erstellen. Wenn dich das interessiert, recherchiere dazu einfach im Internet. Das Angebot ist groß.

Tipp 5: energetische Selbsthilfe

Ein klarer Geist ist sich seiner Gedanken bewusst. Und die Energie folgt dem Gedanken. Alles, worauf wir uns konzentrieren, bekommt Macht. Das ist das energetische Gesetz. Wenn du damit etwas anfangen kannst, möchte ich dir eine energetisch-mentale Technik vorstellen, wie du deine negative Gedanken selber energetisch entsorgen kannst.

Wenn wieder mal negative Gedanken in deinem Kopf herumschwirren, stelle dir seitlich rechts neben deinem Kopf eine Art Mülleimer aus Licht – als Kugel oder Würfel – vor. Wenn du es nicht visualisieren kannst, egal, sei einfach gewiss, dass es da ist, das reicht.

Dann gib den Befehl: »Alle negativen Gedanken in den Mülleimer rein«. Du kannst dir dabei vorstellen wie dunkelgraue Schatten aus deinem Kopf in dieses Lichtgefäß fliegen. Egal wie viele es sind, sie finden alle in dem Licht-Mülleimer Platz. Lass dir dabei so viel Zeit, bis du das Gefühl hast, sie sind jetzt alle raus aus deinem Kopf. Wenn es soweit ist, gib wieder einen Befehl »Negative Gedanken neutralisieren«.

Ich stelle mir diesen Licht-Mülleimer als eine altmodische rosa Kloschüssel mit Deckchen auf dem Deckel vor, und bei der ich die Spülvorrichtungen an einer Ketten ziehend betätige. Wenn alle negativen Gedanken ins Klo gewandert sind, ziehe ich an der Kette und sage mental »Negative Gedanken neutralisieren«. Das ist meine Art Humor. Währenddessen visualisiere ich wie die Kloschüssel in gleißendes Licht gehüllt wird, und ich weiß, dass dadurch alles Negative in neutrale Energie umgewandelt wurde. Es funktioniert, sofern du nicht an dir zweifelst!

Für Fortgeschrittene:

Wenn du schon geübter bist, probiere auch das. Ich visualisiere unter der Kloschüssel einen Trichter, mit einem längeren Hals, der in meine Richtung weist. Nachdem die negativen Gedanken mit dem Licht aufgelöst wurden, wandert die nun neutrale Energie in den Trichter hinein. Die Stelle zwischen Klo und Trichter ist ein Umwandlungs-Center, in dem eine liegende Acht aus goldenem Licht sich dreht und die Energie für meine Zwecke umprogrammiert. Ich überlege vorher, was ich energetisch brauche. Das könnte Mut, Zuversicht, Glücksgefühl, Erfolg oder innere Ruhe sein. Dann sage ich z.B. »Kreiere Mut«. Die Energie verwandelt sich sofort in Mut und schwingt in meine Aura rein.

Statt dem Trichter kannst du dir eine Art Regendusche vorstellen, die dich in schönsten Farben mit eben der Eigenschaft, die du gerade benötigst, energetisch berieselt. So verändert du ganz einfach die Schwingung deines Energiekörpers. Cool, oder?

Fazit

Aber, lange Rede kurzer Sinn: Gedanken auf Autopilot fallen meistens negativ aus. Sie rauben uns Kraft, demotivieren und fördern Aufschuberitis. Wir alle führen im Geist Selbstgespräche. Der innere Dialog ist ein tolles Werkzeug und gehört zur Standardausrüstung eines jeden Menschen. Ob wir lernen, es bewusst anzuwenden, ist ein anderes Thema.

Positive Selbstgespräche sind unser innerer Coach. Sie motivieren uns. Aber sie sind nur ein Werkzeug und kein Allheilmittel. Es reicht nicht nur positiv zu affirmieren. Eine echte Motivation stimmt uns positiv. Positive Gedanken erzeugen positive Emotionen. Das gibt uns Kraft in die Handlung zu kommen.

Destruktive, überkritische Gedanken über sich selbst, gebieterische Aufforderungen »ich muss das jetzt tun« sind schlechte Motivatoren, sie arbeiten gegen uns. Also trainiere deinen Geist! Ein bewusstes Selbstgespräch ist ein effektives Tool des Mental-Trainings, es baut unseren Selbstwert und Selbstvertrauen auf, mobilisiert unsere Kräfte uns hilft uns Dinge anzupacken.

Würdest du jemanden zu deinem engen Freund machen, der dich fast nonstop demütig, kritisiert und klein macht? Wohl nicht, oder? Also, warum akzeptierst du, dass es dein eigener Geist mit dir tut?

Ich möchte dich an dieser Stelle dazu einladen über die Qualität und den Inhalt deiner Selbstgespräche zu reflektieren! Wie sprichst du mit die selbst?

Ich freue mich über dein Feedback oder deine Bewertung zum Thema!

Foto: Pixabay.com/de
Mehr zu Grazyna: www.grazynaberger.com

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