Was ist Weiblichkeit?

Neulich war ich in der Mittagspause mal schnell einkaufen. Ich stand ein wenig unter Stress, weil ich viel Arbeit hatte und mich nur ungern von meinem Rechner lösen wollte. Zusätzlich wollte ich wieder einen neuen Blogartikel schreiben, war mir aber noch nicht über das Thema schlüssig.

Dazu spukten zwar Fetzen von Gedanken durch meinen Kopf, aber noch zu vage um sie aufzuschreiben. Ich wäre lieber vor dem Rechner brüten geblieben, aber der Magen forderte sein Attribut und da der Kühlschrank leer war, machte ich mich auf den Weg.

Und während ich in meine Gedanken versunken durch die Supermarkt-Gänge auf der Suche nach einer Mahlzeit huschte, kam mir eine Frau entgegen. Eine Erscheinung, der ich wie hypnotisiert nur nachstarren konnte. Wäre ich Rubens, würde sie meine neue Muse werden. Ausladende Hüften, viel Holz vor der Hütte, Beine – alles andere als zart – und doch, welch’ eine Schönheit! Welche Ausstrahlung! Schönes Gesicht, diskret aber sehr feminin geschminkt, weiße Bluse, Businessrock und -Jacke, Stöckelschuhe. Trotz ihrer Maße (ich schätze sie auf 170 groß und mindestens 85 kg) bewegt sie sich grazil, fast schon katzenhaft. Wow! Ihre Kleidung liegt exzellent, betont ihre extrem schmale Taille, Brüste und Hüfte absolut göttlich. Die bekommt man nicht von der Stange, denke ich mir. Schade, denn mit guter Kleidung kann jede Frau ihre spezielle Figur bestens zur Geltung bringen. Aber leider, gerade in den deutschsprachigen Ländern D, A, CH ist die Kleidung oft nur quadratisch, praktisch… und zum kotzen.

Was für ein Weib. Ich bin hin und weg. Sogar ein wenig neidisch auf sie. Es gibt Frauen, die sind so durch und durch feminin, dass ich mir wie ein androgynes Etwas neben ihnen vorkomme. Plötzlich trafen sich unsere Augen. Ich sah das Leuchten ihrer Augen und sie wahrscheinlich das Leuchten meiner Begeisterung. Sie lächelte mich an, nein, sie strahlte mich an. So viel Wärme und Schönheit lagen in diesem Ausdruck. Und soviel Selbstliebe. Nicht Narzissmus, nicht der kindliche Trotz anders zu sein, nichts Prahlerisches, sondern gesundes Selbstwertgefühl. Die Frau nimmt sich so an, wie sie ist. Sie liebt sich, so wie sie ist. Und es ist diese Selbstliebe, die nach Außen strahlt und verzaubert.

Lasst uns ein wenig Gedanken spinnen: Was bedeutet es eigentlich weiblich zu sein?

Vielleicht habt ihr gleich eine klare Vision vor euren Augen. Ich nicht so, oder besser gesagt ich sehe ein paar Frauen vor meinem geistigen Auge, die ich für extrem weiblich halte – zu denen gehört definitiv meine Mutter. Aber, kann man diesem gewissen Etwas auf die Schliche kommen, irgendwie greifen, beschreiben? Ich will es versuchen.

Gut, der erster Gedanke wäre wahrscheinlich: eine junge, wunderschöne Frau, gut gepflegt, in einem ihren Körper zart umhüllenden Kleid, mit formschönen, langen Beinen auf Stöckelschuhen, auf denen sie sich, elegant wie eine Gazelle, auch fortbewegen kann.

Weiblich ist natürlich jede Schwangere und eine Mutter, die ihr Kind an sich drückt, es liebkost, streichelt, anlächelt.

Dann denken wir an die kurvigen Sexbomben wie Sofia Loren, Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, Claudia Cardinale, Eva Mendes, Penélope Cruz. Also sind große Brüste und üppige Kurven doch das Kennzeichen einer weiblichen Frau, weil sie mit Fruchtbarkeit gleichgesetzt werden?

Ich sage nein. Denn auch schlanke Frauen sehen sexy und weiblich aus. Wie sollte man sonst die hinreißende Weiblichkeit einer Audrey Hepburn erklären? Ihre knabenhafte Figur hat ihrem weiblichen Charme nichts anhaben können.

Auch schlanke, sportliche Frauen können in ihrem Verhalten und in ihrer Wirkung sehr wohl extrem weiblich sein: Julia Roberts, Milla Jovovich, Cameron Diaz. Also: Jung, schön, sexy? Ist das weiblich?

Wie sehen andere die Weiblichkeit?

Ein Schriftsteller wird vielleicht behaupten, die Weiblichkeit einer Frau ist unergründlich, ein Traum von Licht und Dunkelheit, von strafen Brüsten und Hüften so üppig und rund wie das Tor zum Paradies, deren Schwung die Welt zum vibrieren und Stillstand bringt. Die Frau ist voller Geheimnisse – Männer würden ihretwegen leiden.

Ein Philosoph der Antike würde vielleicht behaupten, die Männlichkeit bedeutet Aktion, Autorität, Intellekt, und eine Frau wäre das Gegenteil davon, mehr die Stütze und das Herz dazu.

Die Wissenschaft würde uns vielleicht erzählen, dass die Weiblichkeit mit Hilfe von Stereotypen bestimmter Merkmale und Verhalten, insbesondere solcher, die man nur Frauen zuschreibt, erkannt werden kann. Z.B.: Sanftmut, Empathie, Zuwendung, Fürsorglichkeit, Opferbereitschaft für das große Ganze, Häuslichkeit etc.

Früher mussten sich Frauen mit der Rolle der aufopfernden Gattin, Mutter und Hüterin des häuslichen Nests zufrieden geben. Lange Zeit wurden nur Männer gefeiert und hoch erhoben. Schaut man zurück, ob Philosoph oder Maler, Schriftsteller oder eine andere wichtige Persönlichkeit, es wird nur von Männern gesprochen: da Vinci, Mozart, Bach, Degas, Monet, Picasso, Shakespeare. Ja, sie waren genial ohne Frage. Aber, es bedeutet nicht, dass Frauen nicht genial sind oder waren. Es bedeutet nur, dass Frauen sich dem Diktat der damaligen Zivilisation, also dem Patriarchat und der Rolle der Frau darin beugen mussten.

Und wenn wir schon bei den Klischees sind, was sagen heute die Männer über die Bedeutung des Weiblichen?

Die ältere Generation ist sicherlich mehrheitlich eher pragmatisch orientiert. Sie wertschätzen die Vorzüge der Frau, die ihnen das Leben schöner, bequemer, behaglicher machen. Sie erwarten von einer Frau Fleiß, Treu, Fürsorge, sie soll gut haushalten und noch besser kochen und auch eine gute Krankenpflegerin und Hausschamanin sein, die alle versorgt und ihrem Mann nie Haushaltsaufgaben auflädt. Natürlich soll sie schön zum anschauen sein, eine gepflegte und sanfte Erscheinung haben.
Die jüngere Generation ist da viel entspannter, toleranter, scheint mir. Da ist die Frau eher gleichberechtigt. Klar, gutaussehend soll sie schon sein, aber gewürdigt werden neben der langen Beine auch ihre Eigenständigkeit und Autonomie.

Was finden Männer grundsätzlich unweiblich? Was mögen sie nicht?

Da hört man oft; Frauen wollen einen Mann kontrollieren, unterdrücken, verändern, in einen Käfig einsperren, sie schreiben Männern alles vor, wie was zu tun ist, sie meckern ständig rum oder, am schlimmsten, sie mimen einen Mann nach, sie schneiden sich die Haare ab. Sie streiten wegen jeder Kleinigkeit, pauschalisieren, denken, dass Männer nur an das Eine denken, oder sie lassen sich nicht helfen, in Momenten, in denen der Mann doch als Held dastehen will, weil er ihr einmal die schwere Tasche tragen hilft, die sie tagtäglich vom Einkaufen nach Hause schleppt etc. Dann kommt er sich so überflüssig vor und das ist gemein von ihr.

Was sagt uns Hollywood über die Weiblichkeit?

Nun, die Göttin auf der Leinwand schreitet in sexy Spitzenwäsche durchs Leben, klimpert anmutig mit den Wimpern und klackert, hoffentlich leise, mit den Stöckelschuhen, während sie liebreizend ihre Hüften schwingt auf deren ein Jennifer-Lopez-Hintern thront. Sie ist selbständig, verdient viel Geld, aber lässt sich alles geduldig von einem Mann erklären oder helfen, natürlich nur um sein Wohlbefinden und männliches Selbstwert zu steigern. Dann ist sie ein ersehntes Objekt der Begierde.

Gerade Marilyn Monroe war hier die unschlagbare Meisterin der Verstellung. Aus weit aufgerissenen, verwunderten Augen blickte sie zu dem Mann auf, der um soviel stärker war als sie, das hilflose Naivchen. Dafür wurde sie mit Ritterlichkeit, Zuvorkommenheit und Hilfsbereitschaft belohnt. Kurz, die Männerwelt lag ihr zu Füßen.  Und das soll das Naivchen sein?

Man sagt, Marilyn Monroe war eine selbstbewusste, intelligente Frau, die von der Filmindustrie in die Rolle des Dümmchens immer wieder gedrängt wurde. Ich sage, jeden Mann so raffiniert um den kleinen Finger zu wickeln, schafft nur eine extrem selbstbewusste Frau.

Übrigens wird im Frauen-Coaching heute die Monroe-Methode gelehrt. Richtig eingesetzt, verhilft es der Frau in der männlichen Business-Welt zu ein paar Privilegien oder dazu, eine lästige Aufgabe weiter an einen Mann zu delegieren.

Wie lässt sich die Weiblichkeit noch erklären?

Die Sozialwissenschaften unterscheiden zwei Geschlechter; das biologische und das »Gender«, also die soziale Geschlechterrolle. Es ist die Summe aller Eigenschaften eines Menschen wie sein Verhalten, inklusive der geschlechtsspezifischen Rollen, die in einer Gesellschaft oder Kultur als typisch männlich oder weiblich angesehen werden.

Die Form, die mein Körper bei der Geburt wählt, entscheidet über die biologische Geschlechtszugehörigkeit. Jeder Mensch mit einer Vagina ist also schon mal Frau, also weiblich.

Bei der Geschlechterrolle ist es schon komplizierter, da jede Kultur und jede Zeit ihr eigenes Verständnis von den spezifischen Merkmalen einer Frau und eines Mannes hat. In Westeuropa werden Frauen andere Attribute zugeschrieben als z.B in Afrika oder Indien. Andere Länder, andere Sitten. Wie wir uns richtig als Mädchen oder Junge verhalten sollen, lernen wir von unseren Eltern und dem sozialen Umfeld in das wir hineingeboren werden.

Jede Zeit hat ihre Ideale und Vorstellungen

Anhand der Malerei ist das frühere Schönheitsideal der Frau und sein Wandel am leichtesten zu erkennen. In der Renaissance sah die ideale Frau anders aus als heute. Sie hat einen runden Bauch, breite Hüften, aber ganz kleine Brüste. Im Barock wird sie noch üppiger dargestellt.

Im alten China galten kleine Füße als ein weibliches Schönheitsideal.

Auch noch im 19ten Jahrhundert gefielen üppige weibliche Kurven, sofern die Taille schmal blieb. Also pressten sich die Frauen in ein Korsett und schnürten, was das Zeug hielt.

Die 50er Jahre prägt das Bild von Marilyn Monroe; blond, große Brüste, schmale Taille, gebärfreudige Hüften schienen damals der Traum aller Männer und wohl Frauen zu sein.

Danach kommt in den 60er Jahren der große Wandel. Plötzlich ist Twiggy mit ihrer knabenhaften Figur voll in – und pralle Brüste voll out.

In den 80er als ich Teenager war, waren die Supermodels und nicht die Schauspielerinnen unsere Vorbilder. Sie waren sportlich, kurvig und sexy zugleich. Cindy Crawford ist hier ein gutes Beispiel.

10 Jahre später erscheint Kate Mose, eine unnahbare Elfe und wird zur Ikone. Sie prägt den Look einer androgynen Frau mit kaum Make-up. Sie steht unprätentiös und selbstbewusst zu ihren »Makeln«. Mit ihren gerade 1,70 m ist sie für ein Model recht klein, ihre Zähne und Beine sind nicht »perfekt«, doch sie schert sich nicht um Konventionen und legt eine super Karriere hin.

In dieser Zeit entsteht das 90-60-90-Ideal und ersetzt die einst begehrte Sanduhr-Figur einer Marilyn Monroe.

Medienmanipulation

Marilyn Monroe ist und bleibt eine Sex-Ikone und viele Männer träumen heute immer noch von ihr. Aber mal ganz ehrlich, was wäre, wenn sie sich heute bei Germany‘s Next Topmodel bewerben würde? Keine Chance; zu klein, zu dick, zu kurze Beine. Heißt das, sie ist doch nicht so schön und weiblich? Nein, denn dieser ständige Wechsel der Schönheitsideale ist nur Medienmanipulation und Sandstreuen in unsere Augen. Heute sehen wir spindeldürre Models über dem Laufsteg laufen. Das ist das, was uns die Medien vor die Nase setzen.

Es sind die Medien, die uns das Schönheitsideal einer modernen Frau und wie sie zu sein hat, vorschreiben, auch welche Produkte sie kaufen muss, um als moderne, schöne, kluge, sexy Frau zu gelten – uns Frauen fragt ja keiner.

Wir dürfen nicht vergessen:

Das Schönheitsideal ist eine reine Marketingsache geworden, die viel Umsatz generiert. Es liegt an uns, sklavisch mitzumachen oder nicht.

Es ist im Grunde lächerlich alle 10 Jahre eine andere Frauenfigur als Konstrukt auf das Podest zu erheben, neben der fast jede andere Frau sich unattraktiv und unwohl fühlt.

Zum Glück fängt die Frauenwelt an sich gegen dieses Einheitsbild zu wehren. Es werden immer mehr Stimmen lauter, die nach einer Anpassung verlangen. Ein tolles Vorbild ist für mich Schweden. Dort werden Schaufensterpuppen mit normalen, kurvigen Figuren präsentiert, so können sich Kundinnen eher damit identifizieren. Einfach Klasse!

Neuerdings entsteht auch ein Hype um üppige Plus-Size-Models wie z.B. Tess Holliday. Ich finde es super gut, wenn sich Frauen in ihren mannigfaltigen Körpern wohl fühlen, statt sich vorschreiben zu lassen, wie sie auszusehen haben, um den Erwartungen an eine moderne Frau zu erfüllen – und – falls sie dem nicht entsprechen, in Selbstzweifel und Depressionen verfallen.

Kim Kardashian hat einen anderen Körper als die Models auf dem Laufsteg und betont ihn stolz. Muss ihr Aussehen allen gefallen? Nein, und tut es sicherlich auch nicht. Aber sie ist ein Vorbild dafür, dass frau auch anders sein darf. Sie macht das Anders-Sein gesellschaftsfähig und fördert damit die allgemeine Akzeptanz allen anderen Frauen gegenüber, die sich nicht in eine einheitliche Körperform hineinzwängen lassen wollen.

Weniger gut finde ich, dass mit den Plus-Size-Models ein Hype um fettleibige Menschen entsteht, wie eben um Tess Holliday. Kein Wunder, damit kann man in USA definitiv den Burger-Verkauf steigern und dort leben auch genug Übergewichtige. Solche Models motivieren andere nur dazu noch mehr zu essen. Ich persönlich finde aber jedes körperliche Extrem ungesund. Ob zu dürr oder zu dick ist doch ein und dasselbe. Beides ist für die Gesundheit schädlich und darf niemals zum Vorbild werden.

Summa summarum, meine Definition von Weiblichkeit – bis jetzt reflektiert:

  • Gepflegtes Äußeres
  • Freude am eigenen Körper
  • Lebensfreude und Optimismus
  • Von Herzen lachen
  • Empathie
  • Feinfühligkeit
  • Fürsorge
  • Sinnlichkeit
  • Mystisch und geheimnisvoll sein
  • Nachsichtig sein
  • Sanftmütig sein
  • Starke Intuition und Seelenverbundenheit
  • Sinn für Ästhetik
  • Die Bewegung des Körpers, das Schaukeln der Hüften, die Art zu gehen oder sich hinzusetzen
  • Zerbrechlich und doch extrem stark. Eine Stärke, die aus unserem Inneren fließt und in den Augen vieler Frau glüht, wie die der Mütter, Pflegerinnen und Frauen, die ihre Leidenschaft im Beruf, Business und privat ausleben, Frauen, die ihren Liebsten in schweren Stunden zur Seite stehen…

Weiblichkeit entsteht und hat viele Aspekte

Ich denke, jede Frau assoziiert mit dem Begriff »Weiblichkeit« etwas anderes, das man nicht mit einem Wort und selbst nicht mit ein paar simplen Sätzen ausdrücken lässt. Das alles ist mit dem Inneren einer Frau verwoben und kommt auch nur da hervor. Es gibt nicht die bzw. die EINE Weiblichkeit. Zumindest meine Weiblichkeit hat sich im Laufe meines Lebens gewandelt, die verschiedenen Aspekte wurden und werden von Zeit zur Zeit anders priorisiert. Ab und an werden totgeglaubte Aspekte plötzlich laut und vordergründig während andere in Vergessenheit geraten.

Zu meiner Weiblichkeit gehört die stetig bessere Kommunikation mit meinem Körperbewusstsein, die Neugier auf mich selbst, die mystische Grazyna, der ich lange Jahre Angst hatte in die Augen zu schauen; die Kriegerin, die Rebellin, die Magierin, die wilde Amazone, der nur ihr Schwert und Freiheit heilig sind, aber auch die Grazyna, die gerade vor all dem Angst hat und an sich selbst zweifelt, die allverzehrende Wut, die ich empfinde angesichts der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung auf der Welt, Vergewaltigung und Missbrauch gegenüber Frauen und Kindern.

Zu den äußeren und schönsten Aspekten meiner Weiblichkeit gehört definitiv die Verbundenheit mit meinem Mann, seine Berührung, seine Liebe, sein Lächeln, die Art wie er mich anschaut. Das ist meine Heimat auf dieser Erde.

Dann natürlich, ganz wichtig für mein Weibsein und meine Entwicklung sind die besonderen Freundschaften, die unglaublich kostbar sind, meine verschiedenen Emotionen und Energien während, vor und nach der Menstruation, das Verrücktspielen meiner Hormone und Sinne, Tränen; die süßen, salzigen und bitteren, die sehr machtvoll sind.

Aber auch ganz banale Dinge gehören dazu: meine Lieblings-High-Heels, ein Hauch von Chanel Nō 5, kurze rote Fingernägel, Tee trinken und lesen, mich im Sonnenlicht aalen, einfach Zeit für mich und nur mit mir.

Sofern sich das noch heute sagen lässt, das allererste Mal als ich mich wie eine echte Frau fühle, war mit 16 als ich mir das erste Paar Stöckelschuhe aus schwarzem Lackleder kaufte und trug.

Heute bedeutet für mich Weiblichkeit vor allem den Mut zur Einzigartigkeit. Das ist eine Frau, die sich traut alte Regeln zu brechen und ihre eigene aufstellt. Die sich nicht in irgendwelche Schemas pressen lässt und ihr Lebensszenario selbst bestimmt. Ob sie dabei Pumps oder rote Dr. Martens trägt, ob sie sich schminkt oder nicht, ob sie lieber einen Kurzhaarschnitt statt einer Mähne trägt, gerne am Kochfeld steht oder gar nicht kochen will, ihren BH verbrennt – ist dabei völlig egal. Hauptsache sie fühlt sich in ihrer Haut und Körper und mit ihrer Rolle, die sie im Leben einnimmt, wohl.

Mir ist es auch egal, dass manche Feministinnen Frauen wie mich, die sehr gerne kochen und bekochen, als rückständig und altmodisch beschimpfen. Ich bin selbstbewusst genug darüber nur die Schultern zu zucken. Ich bin, die ich bin. Ein Unikat.

Ich wünsche uns allen Frauen, dass wir uns ein klein wenig mehr auf uns selbst fokussieren, als ständig nur für andere da zu sein. Uns die Zeit nehmen unsere Potenziale zu ergründen, den Mut zu haben, unsere Leidenschaft auszuleben und unsere Träume wahr werden zu lassen. Dass wir öfter bewusst wahrnehmen wie WIR uns fühlen und uns bewusst dafür entscheiden, wie wir uns stattdessen fühlen wollen.

Ich las gerade, dass Jennifer Aniston nach Ansicht des US-Magazins »People« die derzeit schönste Frau der Welt sei. Sie selbst sagt: »Du musst lernen, wirklich jedes Detail an Dir zu lieben« … und …

»Du darfst nicht erlauben, dass andere dein Leben kritisieren und dich so fühlen lassen, als hättest du bei irgendetwas versagt.«

Kluge Frau. Und was ist deine Definition?

Foto: Pixabay.com/de
Mehr zu Grazyna: www.grazynaberger.com

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