Hypnose: Zauberei, Magie oder ein Mythos? Interview mit Hypnose-Expertin & Coach Helena Lüthold-Vogel

Was ist dran an Hypnose? Ein heikles Thema, das viele bewegt. Seit tausenden von Jahren findet Hypnose sowohl im Hinduismus wie im Buddhismus praktische Anwendung für Heilzwecke. Inzwischen ist diese Technik wissenschaftlich fundiert und auch im Westen in aller Munde. Aber wie wirkt diese Methode und ist die Anwendung gefahrlos? In diesem Blog sorgt Helena Lüthold-Vogel, Hypnose-Therapeutin und Coach, für Transparenz und erzählt uns über die Wirkungsweise dieser hilfreichen wie genialen Heilmethode.


Ein Interview mit Helena Lüthold-Vogel

Grazyna: Liebe Helena, wie reagieren Menschen, wenn sie hören, dass du mit Hypnose arbeitest?

Helena: Wenn Menschen mich fragen, wie ich beruflich unterwegs bin und ich ihnen antworte mit: „ich bin dipl. Hypnose-Therapeutin und ILP Coach“ schrecken die Meisten zurück aus Angst, ich würde sie demnächst gegen ihren Willen hypnotisieren und sie glauben, dass sie somit willenlos und total ausgeliefert wären.

Grazyna: Ja, das ist voll das Klischee und sei wohl der Show-Hypnose geschuldet, dass Menschen befürchten gegen ihren Willen zu albernen Aktionen angestiftet zu werden, z.B. wie ein Häschen über die Bühne zu hüpfen und dabei wie ein Hund zu bellen.

Helena: Genau. Das ist natürlich absoluter Unsinn. Die meisten von uns kennen Hypnose, wie du es sagst, vom TV, wo uns Show-Hypnose oder Bühnenhypnose präsentiert wird. Wo sich zum Beispiel die saure Zitrone in einen süßen Pfirsich verwandelt und Menschen ‚in Hypnose‘ genüsslich rein beißen.

Seit ich mich intensiv mit der Hypnose befasse, ist es mir ein Anliegen, den Menschen näher zu bringen, was Hypnose ist.  Ihnen aufzuzeigen, was wir wertvolles in uns tragen und dass es jeder für sich nutzen kann. Hypnose ist nichts anderes, als in uns bewusst einen Prozess auszulösen, der eine gewünschte Veränderung mit sich bringt. Ich möchte den Mythos, den die Hypnose beschattet, auflösen und aufklären.

Grazyna: Immer mehr Menschen beginnen den Vorteil und Effizienz der Hypnose-Therapie zu erkennen. Das  erklärt auch warum momentan viele Ärzte, Therapeuten und Heiler diese Methode komplementär zu ihren Behandlungsformen erlernen. Aber was genau ist Hypnose?

Helena: Hypnose ist ein entspannter Zustand der Konzentration. Das Unterbewusstsein tritt in den Vordergrund und das Bewusstsein gleitet in den Hintergrund, ohne jedoch komplett zu verschwinden. Jeder Mensch ist pro Tag mindestens zweimal in Hypnose – nämlich kurz vor dem Aufwachen und kurz vor dem Einschlafen, wenn wir jeweils in die Alpha-Phase kommen. Hypnose ist auf jeden Fall nicht mit Schlaf oder Ohnmacht zu verwechseln, denn im Schlaf sind wir nicht in der Lage, zu reagieren, wie dies in Hypnose möglich ist.

Grazyna: Wie wichtig ist bei Hypnose die Fähigkeit zur Visualisierung?

Helena: Visualisierung ist die eine Fähigkeit. Eine andere ist die auditive oder kinästhetische Fähigkeit. Da arbeite ich als Therapeutin mit den „gegebenen“ Fähigkeiten.

Grazyna: Wie läuft eine Hypnose-Sitzung bei dir ab?

Helena: Am Anfang steht das Gespräch. Wichtig ist bei allen Themen die seriöse Abklärung im Rahmen eines Vorbereitungsgesprächs. Dabei geht es auch den Ursachen sowie oft bestehenden Zusammenhängen zwischen einzelnen Problemen auf den Grund zu gehen. Auch erfahren die Klienten bei diesem Gespräch alles über Hypnose, die Art der Zusammenarbeit zwischen Therapeutin und Klient. Die therapeutische Hypnose hat rein gar nichts mit „Show-Hypnose oder Bühnen-Hypnose“ zu tun. Wirklich wichtig zu wissen ist, dass man weder schläft noch bewusstlos und somit auch nicht willenlos ist in Hypnose. Man ist also nicht ausgeliefert, gibt keine persönlichen Geheimnisse preis oder tut gar Dinge, die gegen eigene moralische Vorstellungen verstoßen. NIEMAND kann gegen seinen Willen hypnotisiert werden und die Hypnose-Sitzung kann jederzeit unterbrochen werden.

Grazyna: Hier spielt das Vertrauen zwischen Therapeut und Klient sicherlich eine große Rolle. Wenn die Chemie zwischen beiden nicht stimmt, kann keine „Heil-Methode“ helfen. Erzähl uns, welchen Einfluss hat die Methode auf den Menschen?

Helena: Hypnose ist schlicht und einfach ein angenehmer Zustand einer tiefen Entspannung und eignet sich für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene. In diesem tief entspannten Zustand ist das Unterbewusstsein erhöht ansprechbar. Dadurch können‚ geistig verinnerlichte Programme, alte Muster verändert, aufgelöst und nachhaltig behandelt werden. Zum Beispiel Phobien, Stress, Ängste, Gewichtsreduktion, Zwänge, Konzentrationsschwächen, ADHS, Selbstvertrauen, Verstimmungen, Depressionen und weitere.

Grazyna: Wie man sieht ist Hypnose bei vielen Anliegen sehr hilfreich, die einzigen Grenzen liegen wohl in unseren Köpfen. Sag, kann jedermann in Hypnose versetzt werden?

Helena: Jeder Mensch ist bis zu einem gewissen Grad hypnotisierbar. Ca. 30% der Bevölkerung haben das Talent, sehr rasch und tief in die Hypnose zu gehen. Alle anderen können es jedoch ebenfalls erlernen, denn jeder Mensch ist hypnotisierbar, solange er bei klarem Verstand ist und einen durchschnittlichen IQ besitzt.

Kinder sind, sobald sie entsprechend das Verständnis für die Sprache entwickelt haben, sehr gut zu hypnotisieren, da sie absolut keine Vorurteile oder Ängste gegenüber der Hypnose entwickelt haben.

Grazyna: Damit Hypnose helfen kann – so habe ich das verstanden – muss der Klient es wollen und damit einverstanden sein, dass du mit seinem Unterbewusstsein in Kontakt trittst um es gemeinsam positiv zu verändern. Kommt es vor, dass der Klient bzw. das Tagesbewusstsein dazwischen funkt und einen Lösungsansatz nicht annehmen will? Unser Unterbewusstsein kann sehr erfinderisch sein, was das Umgehen von Konflikten angeht. Verdrängung ist da seine gängige Strategie.

Helena: Das habe ich so noch nie erlebt. Erstens kommen die Klienten, weil sie eine Veränderung wünschen. Zweitens nehmen die Klienten selbst Kontakt auf mit Ihrem Unterbewusstsein, oder anders gesagt, sind sie in Hypnose bei ihrem eigentlich, ihrem wahren ICH, da das Bewusstsein quasi ausgeschaltet ist. Und die Lösung findet der Klient selbst. Die kann und will ich dem Klient nicht aufschwätzen.

Das Unterbewusstsein will nicht unbedingt Konflikten aus dem Weg gehen, das Unterbewusstsein ist – obwohl einerseits sehr stark – andererseits eben auch sehr faul und träge. Schließlich wendet das Unterbewusstsein ja auch sehr viel Energie auf, um ein Verhaltensmuster aufrecht zu erhalten.

Du kannst dir das bildlich vorstellen: Wenn ich mir durch den Neuschnee einen Weg bahne, wäre ich ja doof, wenn ich mir jedes Mal einen neuen Weg bahnen würde, oder? Ich laufe also immer wieder den gleichen Weg, auf dem der Schnee irgendwann festgedrückt und super zu durchlaufen ist. Warum also sollte ich mir die Mühe machen, mich anzustrengen, um einen neuen Weg einzuschlagen? Etwa so läuft es mit dem Unterbewusstsein.

Grazyna: Besteht der Ansatz der Hypnose in Aufdeckung blockierender Glaubenssätze?

Helena: Es sind vor allem seelische Blockaden, belastende Emotionen, störende Verhaltensweisen und unerwünschte Denkmuster, weswegen Menschen in die Hypnose-Therapie kommen. Und… Hypnose kann nur scheitern, wenn der Klient nicht bereit ist, in die Hypnose zu gehen. Ansonsten hat sie immer einen bereichernden, wohltuenden Einfluss auf das Leben eines Menschen.

Grazyna: Erlebt man in der Hypnose die Situation oder das Problem noch einmal aus der Innenperspektive mit seiner ganzen Heftigkeit oder betrachtet der Klient es eher distanzierter, ohne Schmerz? Wie kann man sich das vorstellen?

Helena: Das variiert je nach Thema. Die einten empfinden den Schmerz wirklich nochmals mit der ganze Heftigkeit… hierzu ist zu sagen, dass der Klient zu Erinnerungen geht, die meistens nicht mehr in seinem Bewusstsein waren. Tränen fließen, einige reagieren mit einer körperlichen Abreaktion, bei anderen kommt die Wut hoch, halt je nachdem, was zum Auslöser eines Verhaltens, einer bleibenden Emotion etc. geführt hat.

Grazyna: Wenn du jemanden zurück zu einer früheren Erinnerung führst und sich eine starke Emotion bzw. ein Widerstand beim Klienten bildet, kann er aktiv mitentscheiden, ob ihr in der Sitzung weiter tiefer geht oder nicht? Welche Hürden hast du als Therapeutin zu bewältigen?

Helena: Der Klient kann jederzeit selbst mitbestimmen. Ich stehe mit dem Klienten in einem ständigen Austausch – sollte es ihm zu viel sein – kann er mir dies jederzeit mitteilen. Das Unterbewusstsein weiß ganz genau, was es zeigen darf und kann. Ich selbst habe keine Hürden zu bewältigen… außer, dass ich nur das tue, wozu der Klient auch bereit ist. Also genau hinhöre und mich auf den Klienten einlasse.

Grazyna: Hypnose arbeitet mit Suggestionen. Wie findest du die richtigen und zugleich powervollen Worte um das Unterbewusstsein zu überzeugen?

Helena: Ob eine Suggestion Wirkung zeigt, hängt davon ab, wie sie vom Empfänger aufgenommen wird und es gibt nur eine einzige Einstellung dazu, die auch funktioniert:

„Ich mag diese Suggestion. Ich weiss, dass sie für mich funktionieren wird.“

Andere mögliche Einstellungen, die dazu führen, dass die Suggestion abgelehnt wird und keine Veränderung herbeiführen, sind z.B.:

„Ich weiss nicht, es klingt nicht ganz richtig und ich fühle mich nicht wohl dabei. Es passt einfach nicht zu mir.“

„Ich bin relativ neutral gegenüber dieser Suggestion. Es ist mir eigentlich egal, ob ich sie verstehe oder nicht.“

„Ich mag diese Suggestion. Ich hoffe, dass sie funktionieren wird.“

Grazyna: Kommt es vor, dass ein Thema nicht geklärt werden kann?

Helena: Damit ein Thema geklärt werden kann, muss das Bedürfnis für eine Veränderung von der betroffenen Person selber kommen. Es nützt nichts, wenn die Ehefrau ihren Mann zum Rauchstopp oder zur Alkoholentwöhnung schickt (oder umgekehrt). Die Person muss von sich aus diese Veränderung wollen und nicht durch Drittpersonen zum Hypnose-Therapeuten geschickt worden sein. In diesem Fall würde meistens eine innere Ablehnung präsent sein, die dann eine effiziente Behandlung erschwert oder gar verunmöglicht.

Grazyna: Für welchen Themen-Bereich beanspruchen deine Klienten Hypnose am meisten?

Helena: In 75% der Fälle geht es um Raucherentwöhnung und Gewichtsreduzierung. Beide eignen sich sehr gut, um erfolgreich zum Ziel zu kommen. Solange das innere Bedürfnis für eine Veränderung da ist, führt Hypnose-Therapie auch zum Erfolg.

Ansonsten ist die Liste lang und zeitweilig stößt es auf Erstaunen bei den Laien und Experten, was alles durch Hypnose-Therapie kuriert werden kann. Es gilt eigentlich folgende Regel: sofern nicht angeboren, kann alles, was „angelernt“ oder „eingetrichtert“ ist, auch durch Hypnose wieder rückgängig gemacht werden. Und trotzdem möchte ich hinzufügen, dass auch wir keine 100%-tige Erfolgsgarantie abgeben – wie dies auch kein Arzt oder Heilpraktiker kann.

Zur Liste gehören zum Beispiel: Konzentrations- und Gedächtnisschwächen, Insomnie, Durchschlafstörungen, Leistungssteigerungen im Sport, Phobien und Ängste allgemein, Depression, Stress Management, Burn Out Syndrom, Dentalanästhesie, Sexualität (nicht organische Impotenz, Frigidität, Sex, etc.), schmerzfreie Geburt, Allergien, Asthma, Alkoholismus, Spielsucht, Ticks und Spleens, Lernen, Selbstvertrauen, Motivation, Stottern, Bettnässen, u.v.m.

Grazyna: Wie viele Hypnose-Sitzungen sind notwendig um gute Ergebnisse zu erzielen?

Helena: Alles ist möglich… für manche reicht eine einzige Sitzung! Bei mehreren Themen oder einem schwerwiegendem Thema können es 3-4 Sitzungen sein.

Grazyna: Man wird im Leben immer wieder getriggert. Bekommen deine Klienten Hausaufgaben? Müssen sie mit Affirmationen oder Visualisierung weiter arbeiten?

Helena: Nein, es gibt keine Hausaufgaben. Selbsthypnose wäre ein sehr wohltuender Ansatz. Falls erwünscht, gebe ich da gerne Anweisungen.

Grazyna: Wann ist der Prozess abgeschlossen? Was ist für den Klient danach wichtig?

Helena: Da kann man keine Zeitangabe machen. Das variiert auch wieder von Klient zu Klient. Sicherlich läuft der Prozess noch ein paar Tage, es kann auch sein, dass man einige Zeit eher müde ist, jedoch nimmt man dies gerne in Kauf, weil man merkt, dass sich was tut, verändert… für die meisten also eher eine positive Wahrnehmung.

Und wichtig für den Klienten ist, dass er sich bei Möglichkeit einfach ein bisschen Ruhe gönnt.

Grazyna: Du hast dich schon sicherlich mal hypnotisieren lassen, wie fühlt es sich an?

Helena: Ja klar. Ich mache auch regelmäßig Selbsthypnose. Entweder zum Einschlafen, um mich innerhalb kurzer Zeit zu erholen oder für Suggestionen. Die spreche ich mir vorher zum Beispiel auf mein Handy und höre sie mir dann in Hypnose an. Das Gefühl ist wie oben schon beschrieben… wie kurz vor dem Einschlafen. Man ist total entspannt, ruhig und irgendwie ist es extrem friedvoll.

Grazyna: Was fasziniert dich an dieser Methode?

Helena: OH, alles Grazyna… Um zu beschreiben, was mich fasziniert, fehlen mir fast die Worte. »Genial, hammermäßig, wahnsinnig« sind nur ein paar Adjektive, welche meine Haltung und meine Überzeugung für die Hypnose-Therapie beschreiben. Sehr effektiv ist wirklich, dass man eben nicht nur mit Suggestionen arbeitet, sondern wirklich zum Ursprung eines Problems geht und dies verändert. Für depressive oder Burnout-Klienten eignet sich im Besonderen auch das Ultra-Height und Ultra-Healing. Natürlich auch für jeden von uns. In diesem Zustand sind wir mit „unserem höheren Selbst“ verbunden.

Grazyna: Zu gu­ter Letzt, was möchtest du deinen potentiellen Klienten noch mitteilen?

Helena: Gib der Hypnose eine Chance… und wecke in dir ein neues Lebensgefühl – effizient, nachhaltig und seriös.

„Big journeys begin with the first step“.

Grazyna: Liebe Helena, vielen Dank für das ausführliche Interview. Damit hast du für sehr viel Klarheit gesorgt und aufgezeigt, dass man mit Hypnose nicht willenlos gemacht wird sondern darin eine profunde Therapieform für viele Anliegen findet.


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Kontakt:
Helena Lüthold-Vogel
Dipl. OMNI Hypnose-Therapeutin,
dipl. ILP Coach und Beraterin

Stadthausstrasse 6 (2. Stock)
6003 Luzern

oder
Chilcherlistrasse 1 (2.Stock)
6055 Alpnach Dorf

Ich habe ein weltoffenes, humorvolles Temperament mit Freude an der Arbeit und an Menschen. Authentizität, Begeisterung, Einsatzbereitschaft, Kreativität, Klarheit und Organisationstalent zeichnen mich aus. Für mich ist Kommunikation der Aufbau von gegenseitigem Vertrauen durch Austausch von Informationen, Erfahrungen und Erlebnissen.

Mein Qualitätsanspruch an meine Arbeit kommt dir als Servicemehrwert zugute und wird dich überzeugen.

Schau doch mal rein: www.ilp-luethold.ch
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Foto: pixabay.com/de
Mehr zu Grazyna: www.grazynaberger.com

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