8. März – Es lebe die Frau!

Mütter, Schwestern, Großmütter, Lieblingstanten, Freundinnen, Krankenschwestern, Hebammen, Heilerinnen … was würden wir ohne sie tun?

Wo wären wir ohne die heilsamen Streicheleinheiten, ohne die frisch gekochte Hühnersuppe gegen alle möglichen Wehwehchen und den Seelenschmerz, ohne die Trost spendenden lieben Worte, ohne ihren Rat, was man zum ersten Date anziehen soll, ohne all ihre Sorgen um uns, auch wenn es manchmal nervt…?

Wir alle, unsere ganze Gesellschaft, verdanken den Frauen in unserem Leben enorm viel. Frauen jonglieren den Alltag und Beruf, damit ihre Familie gut versorgt ist. Sie engagieren sich gerne bei allen Belangen des Alltags, die ihnen wichtig erscheinen und das ehrenamtlich. Dabei kommen Frauen schon bei den Gehältern und Rentenansprüchen schlechter weg. Die Chancen mit einer Vagina zwischen den Beinen in Konzernen aufzusteigen sind immer noch bescheiden. Frauen im Vorstand? Am liebsten nur um Kaffee zu servieren.

Am internationalen Tag der Frauen am 8. März werden wir auf der persönlichen Ebene mit Blumen beschenkt – als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung.

Auf der politischen Bühne rückt das Bewusstsein für die Kämpfe der Frauen auf der ganzen Welt in den Vordergrund, um die Rechte der Frauen weiter zu fördern. Es geht um die Geschlechterungleichheit, die immer noch herrscht.

Das Weltwirtschaftsforum hat im Jahr 2014 vorausgesagt, dass es voraussichtlich bis 2095 dauern würde eine globale Geschlechtergleichheit zu erreichen. Ein Jahr später im Jahr 2015 wurde es nachkorrigiert:

»Frauen verdienen heute so viel wie Männer vor zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Gender Gap Report 2015 des Weltwirtschaftsforums. Wenn es weiterhin so schleppend mit der wirtschaftlichen Gleichstellung erwerbstätiger Frauen vorangeht, dann dauert es noch 118 Jahre, also bis ins Jahr 2133, bis die Entgeltlücke geschlossen ist«

Laut dem Gender Gap Report ist noch in keinem Land der Welt eine echte Gleichberechtigung von Männern und Frauen erreicht.

Das kling alles nicht so rosig. Stimmt. Und es bleibt viel zu tun. ABER:

Lasst nicht zu, dass wir trotz all der Umstände uns wie Opfer fühlen. Dass die Umstände so sind wie sind, bedeutet nicht, dass Frauen nicht mindestens so gut wie Männer sind. Wir sind genauso geeignet Führungspositionen einzunehmen, wir bekommen oft die Gelegenheit nicht dafür.

Vor allem wir Frauen sollten darauf achten unsere eigenen Leistungen des täglichen Lebens zu ehren. Ich wünsche mir an diesem Tag, dass Frauen viel mehr Fokus auf ihre Stärken legen und ihr kollektiv abgeschwächtes Selbstvertrauen endlich (selbst) heilen.

Das Gefühl ein Opfer zu sein, ob gerechtfertigt oder nicht, schwächt immer.

Tausende von Frauen vollbringen tagtäglich kleine und große Meisterstücke, und selbst wenn es „nur“ kochen und putzen ist – niemand – ich wiederhole – niemand hat das Recht dies für selbstverständlich zu halten. Wenn die Gesellschaft es nicht anerkennt, dann müssen wir es uns selbst hochrechnen.

Ich wünsche mir Frauen, die stark und selbstbewusst auftreten und zwar nicht nur aufgrund ihrer beruflichen Position, sondern auch starke und selbstbewusste Hausfrauen, die ihr Leistungspotenzial zu schätzen wissen. Wenn wir ein gesundes Bewusstsein für unseren Selbstwert und unsere Leistung entwickeln, wird die Gesellschaft irgendwann mal nachrücken. (Liebes Weltwirtschaftsforum, ich möchte dafür bitte keine Zahlen wie viele Jahre (Jahrhunderte?) es noch dauert, das würde mich doch zu sehr runterziehen.)

Ich wünsche mir auch mehr Schwesternschaft und Zusammenhalt unter uns Frauen. Nicht nur politisch um gemeinsam für mehr Frauenrechte zu kämpfen, sondern vor allem privat und beruflich. Das ist langfristig der einzig konsequente Schritt zu einer positiven Veränderung für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt.

Der Tag der Frau könnte jeden Tag sein, wenn wir es schaffen uns gemeinsam aufzurichten. Wir sind stark, wir glauben es nur noch nicht. Es geht nicht nur um physische Kraft, sondern auch um mentale. Je eher es in unsere Köpfe rein geht, desto eher werden wir selbst bereit sein die Gleichheit der Geschlechter, statt die noch vorherrschenden Grenzen, die viele Frauen meiner Generation erleben, zu akzeptieren. Also, Mädels, kräftig durchatmen und mit erhobenen Haupt und stolzer Vagina weiter machen!

Ein kleiner Tipp an alle Männer und Chefs: es braucht für uns Frauen keine große Gesten. Ein schlichtes „Danke, ich habe keine Ahnung, wie du das alles immer wieder schaffst“ bringt das Herz und Gesicht jeder Frau zum strahlen und hebt das Gemüt.

Liebe Frauen, einen schönen Tag noch! Happy woman’s day!

Eure,
Grażyna

Link: Global Gender Gap
Foto: pixabay.com/de
Mehr zu Grazyna: www.grazynaberger.com

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